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Warum uns Care-Arbeit (von Alleinerzieherinnen) Sorge bereiten sollte und wie wir sie neu denken können.

Wer sich in unserer Gesellschaft um andere sorgt, macht dies zumeist unbezahlt und das “Wer” hat ein Geschlecht. Denn der Großteil der unbezahlten Haus-, Pflege- und Sorgearbeit wird hierzulande von Frauen verrichtet. Die Corona-Pandemie hat die Debatte um die Sorgearbeit zum wiederholten Male entflammt – was zuvor unsichtbar und selbstverständlich war, galt plötzlich als systemrelevant. Doch abgesehen vom Applaus blieb wenig Handfestes übrig.
Die Datenlage zur unbezahlten Care-Arbeit beruht nach wie vor auf der Zeitverwendungsstudie vor 13 Jahren. Seither haben einzelne Studien das Thema beleuchtet, von einer systematischen Erfassung sind wir dennoch weit entfernt. Dabei wäre dies wichtig, um der unsichtbaren Sorgearbeit jene Sichtbarkeit zu geben, die sie verdient und die es braucht, um sie neu zu denken. Denn die ungleiche Verteilung unbezahlter Care-Arbeit hat folgenschwere Auswirkungen auf die Gleichstellung der Geschlechter – insbesondere auf die finanzielle Unabhängigkeit sowie ökonomische, gesellschaftliche und politische Teilhabe von Frauen, im Fall von FEM.A der Alleinerzieherinnen.
FEM.A – der Verein feministischer Alleinerzieherinnen und HeForShe Vienna nehmen sich des Themas aus einer besonderen Perspektive an: Wir adressieren die Lebensrealitäten von Alleinerzieherinnen als care-arbeitende Frauen mit Mehrfachverpflichtungen und nehmen Männer als Teil der Lösung aktiv in ihre Verantwortung für einen nachhaltigen Wandel. Gemeinsam mit Expert*innen beleuchten wir, wie es um die Care-Arbeit in unserer Gesellschaft steht und was es braucht, um sie neu und gerechter zu gestalten.
Panelist*innen:
Mag. Paul Brugger-Willomitzer:
Klinischer- und Gesundheitspsychologe; Seit 2011 tätig im Institut für Frauen- und Männergesundheit – Männergesundheitszentrum MEN; Projektleitung und -mitarbeit in diversen männerspezifischen Gesundheitsförderungsprojekten (Papa macht mit, rundum gsund, DURCHBLICKer*in, Gesundheitsförderung für wohnungslose Männer); Mitglied im Verein „Papainfo – Verein zur Förderung gleichstellungsorientierter Väterarbeit“
Dr. Marc Gärtner, M.A.:
Marc Gärtner, Dr. phil., lebt in Berlin und arbeitet als Sozialwissenschaftler am Institut für Männer- und Geschlechterforschung Graz. Er forscht, lehrt und berät schwerpunktmäßig zu den Themen Arbeit, Organisation und Geschlecht. Er ist auch Vorstandsmitglied der EAF Berlin und kooperiert mit Organisationen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und NGOs in Deutschland, Österreich und der EU. Regelmäßig publiziert er zu Themen wie Diversity Management, Work/Life-Fragen und Organisationen und ist Co-Autor der ersten europäischen Vergleichsstudie zur Rolle von Männern in Gleichstellungsprozessen. Außerdem ist er (Co-)Autor diverser Publikationen zum Thema Antifeminismus, u.a. im Bereich der Wissenschaftskritik.
Dr.in Katharina Mader:
Katharina Mader ist Ökonomin und seit 2011 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Heterodoxe Ökonomie der WU Wien. 2020 war sie zudem im Zuge des Elisabeth-List-Fellowships als Senior Fellow an der Universität Graz assoziiert. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Feministische Ökonomie, Care-Ökonomie und unbezahlte Arbeit sowie Gender Budgeting und geschlechtergerechte Wirtschaftspolitik. Seit 2021 ist sie in der Abteilung Frauen und Familie der Arbeiterkammer Wien tätig.
DSPin Barbara Schrammel MSc:
Sozialpädagogin, Psychodrama-Psychotherapeutin in eigener Praxis, psychosoziale Beraterin und Vorstandsfrau bei Frauen* beraten Frauen* und Mutter von zwei Töchtern. Seit einiger Zeit beschäftigt sich Barbara Schrammel intensiv mit dem Thema „Mental Load“ und „gleichberechtigte Elternschaft“ und hält dazu Vorträge und arbeitet mit Paaren an der gerechten Verteilung von Care-Arbeit in der Familie.

Details

Datum:
22. September 2021
Zeit:
18:00 - 20:00

Veranstaltungsort

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